Erinnerungen einer Bewohnerin von Søndervig

Erinnerungen einer Bewohnerin von Søndervig

Anna Enevoldsen (geb. Kristensen) wurde 1927 auf einem Hof südlich von Søndervig Camping als zweitälteste von vier Geschwistern geboren.

1954 heiratete sie den Postboten Åge Enevoldsen, mit dem sie vier Kinder bekam, zwei Mädchen und zwei Jungen, von denen heute eines in Søndervig, eines in Rindum bei Ringkøbing und zwei in Kloster wohnen.

Anna Enevoldsen kam als 16jährige während des 2. Weltkrieges zunächst als Dienstmagd auf einen Hof auf Holmsland. Sie erzählt, dass sie durch 2 Kontrollposten musste, wenn sie jeden zweiten Sonntagnachmittag frei hatte und ihre Familie besuchen konnte. Bis 1954 arbeitete sie zeitweise im elterlichen Haus, wo sie sich mit ihrer Schwester abwechselte, und als Dienstmädchen in Ringkøbing, Herning und auf Seeland, nur unterbrochen von einem Aufenthalt in einer ”Højskole”
(ländliche Volkshochschule) in Haslev auf Seeland. Anna erwähnt dabei, dass sie dort 187 Mädchen waren, und der allererste Højskole-Kurs nach dem Krieg.

zusammen mit ihrem Mann 1957 einzog. Seit ihrer Hochzeit ist Anna Hausfrau gewesen.

Anna Enevoldsen stammt aus der Zeit, wo man noch den Waschkessel anfeuerte, Kleidung auf dem Waschbrett wusch und mit dem Kachelofen heizte. Aus ihrer frühesten Kindheit kann sie sich noch erinnern, dass in der Nähe ihres Elternauses sieben bis acht Sommerhäuser lagen. Damals waren die Besitzer von Sommerhäusern Leute aus dem bessergestellten Bürgertum, erzählt Anna, ein Arzt, ein Zahnarzt und ein Polizeihauptwachtmeister. Obwohl also die dänische Gesellschaft damals deutlicher in Klassen aufgeteilt war als heute, hinderte dies die Kinder der Sommerhausbesitzer nicht daran, mit denen der Einheimischen zu spielen, beteuert Anna. Auch mit ihren 80 Jahren hat Anna immer noch Kontakt mit Nachkommen der Besitzer eines der Sommerhäuser, das in der Nähe ihres Elternauses lag.

Anna Enevoldsens Mann Åge arbeitete bis 1985 als Postbote, was Anna im Volksmund den Beinamen ”Anna Post” eintrug. Anna erzählt, dass vor der Zeit, wo alle Gebäude durchnummeriert wurden, die Sommerhäuser bestimmte Namen trugen, wie z.B. ”Ly” ( ”Schutz”), ”Havbo” (”Haus am Meer”), ”Klitbo” (”Haus in den Dünen”), ”Klitrose” (”Dünenrose”).
Es war daher notwendig, dass die lokalen Postboten genau Bescheid wussten, wo ein Haus mit einem oder mehreren Namen lag, damit sie die Post an den richtigen Empfänger ausliefern konnten.

Das, was Anna Enevoldsen als grösste Veränderung seit ihrer Rückkehr nach Søndervig 1954 sieht, ist nicht, wie viele vielleicht glauben könnten, die steigende Anzahl von Touristen und Gästen in der Gegend, sondern die Tatsache, dass alle Häuser von da an elektrischen Strom und fliessendes Wasser bekommen hatten. Etwas, was wir heute als selbstverständlich betrachten, was aber damals den Alltag für viele Hausfrauen wirklich erleichterte, z.B. beim Wäschewaschen. Heute steht die Wasserpumpe aus ihrem Elternhaus zur Zierde und als liebe Erinnerung in Anna Enevoldsens Garten.

Im Laufe der 70er Jahre schlossen die Dänen ernsthaft Bekanntschaft mit dem ”Wohlfahrtsstaat”, was sich an der Zahl der Sommerhäuser bemerkbar machte, und das Handelsleben in Søndervig begann richtig zu explodieren. Damals war das legendäre ”Hotel Klitten” noch in Betrieb, und Anna erzählt, dass Åge und sie 1979 ihre Silberhochzeit im Hotel feierten.

Auf die Frage, wie Anna Enevoldsen Søndervig heute im Vergleich zu damals erlebt, kommt die Antwort schnell und spontan: ”Ich würde nicht gerne zurück wollen.” Sie meint, dass Søndervig heute viel interessanter ist, und dass der Ort viel mehr zu bieten hat als damals, als sie jung war.

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