Das Baden

Das Baden

Anfangs war es ganz und gar undenkbar, dass die Touristen im Meer badeten. Aber baden wollten sie. Daher wurde in den Dünen westlich vom Søndervig Badehotel ein riesengrosses Loch gegraben, um danach eine Rohrleitung direkt hin zum Meer anzulegen.
Es war so gedacht, dass das Meer dem Loch in den Dünen automatisch frisches Meerwasser zuführen sollte, aber das Rohr sandete unaufhörlich zu und war ein grosses Fiasko. Was sollte man tun? Ein paar weise Männer eilten nach Kopenhagen, um Experten um Rat zu fragen. Die Antwort war: ”Man nimmt ein Nordseebad in der Nordsee.” Grosse Verwunderung und Freude über die sinnreiche Lösung.

Es wurde dann so, dass man stattdessen direkt im Meer badete, jedoch mit einem starken Seil um den Leib gebunden. Am anderen Ende des Seils war ein schwerer Anker tief in den Sand eingegraben. Bis ungefähr in die 30er Jahre war es in Søndervig streng verboten, in der Nordsee ohne dieses Seil ”am Badestrick” zu baden. Darüber wachten die Rettungsschwimmer des Hotels pflichteifrig. So eifrig, dass es passierte, dass sie dastanden und zu den Badegästen im Meer hinausriefen, nur um dann zu entdecken, dass es sich um kleine Tümmler handelte, die sich im Meer vergnügten.

Unschicklichkeit

Damen und Herren durften nicht gemeinsam baden, das gehörte sich nicht.
Man erzählt sich zum Beispiel, dass eines Tages eine Lehrerin entsetzt zu Frau Kristine Gravesen, der seit 43 Jahren populären Wirtin des Søndervig Badehotels, mit der folgenden Nachricht kam: ”Jetzt gehen die Herren mit den Damen zusammen ins Wasser. Was soll das am Ende werden?” Frau Gravesen, die den Freisinn am Ort repräsentierte, antwortete nur: ”Nass, denke ich.”

Einmal kam eine kleine Kopenhagener Dame zu einem Rettungsschwimmer hingestürzt und rief aufgeregt, sie habe Meerwasser geschluckt, und ob er glaube, dies mache etwas aus. ”Nein, kleines Fräulein”, antwortete Jørgen Bademeister, ”es ist sicher noch genügend für die anderen übrig.”

Ein Zimmer mit Vollpension kostete 1932 7 Kronen pro Tag, was bedeutete, dass es vor allem das bessere Bürgertum war, das in den Badehotels wohnte. Im lokalen Tageblatt wurde auch getreulich bekanntgegeben, wenn Oberrechtsanwalt Overgård aus Fredericia, Grossist Pontoppidan aus Århus, Schauspieler Arne Weel aus Kopenhagen oder andere Prominente in einem der Badehotels Ferien machten.

 

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